Mehrsprachigkeit und Logopädie: Mythen und Fakten
13. März 2026

In Deutschland wachsen immer mehr Kinder mehrsprachig auf. Das ist ein großer Schatz — und doch gibt es viele Unsicherheiten bei Eltern und Fachkräften.
Mythos 1: Mehrsprachigkeit überfordert Kinder FALSCH. Das kindliche Gehirn ist für den Erwerb mehrerer Sprachen ausgelegt. Kinder, die mehrsprachig aufwachsen, sind nicht häufiger von Sprachentwicklungsstörungen betroffen.
Mythos 2: Man sollte nur eine Sprache sprechen, wenn das Kind Sprachprobleme hat FALSCH. Die Familiensprache ist emotionaler Anker und Identitätsstifter. Sie abzulegen schadet mehr als es nutzt. Stattdessen sollte jede Sprache konsequent und qualitativ hochwertig angeboten werden.
Mythos 3: Sprachmischung ist ein Zeichen für Verwirrung FALSCH. Code-Switching — das Wechseln zwischen Sprachen — ist ein Zeichen sprachlicher Kompetenz, nicht von Verwirrung.
Wann brauchen mehrsprachige Kinder Logopädie? Eine Sprachentwicklungsstörung zeigt sich immer in ALLEN Sprachen des Kindes. Wenn Ihr Kind: • In keiner Sprache altersgerecht spricht • In allen Sprachen einen geringen Wortschatz hat • Grammatische Strukturen in keiner Sprache korrekt anwendet
Was wir bei Broer & Dickhöfer bieten • Diagnostik unter Berücksichtigung aller Sprachen • Therapie in der stärksten Sprache des Kindes • Elternberatung zur sprachlichen Förderung zu Hause • Fortbildungen zum Thema Mehrsprachigkeit
Tipps für mehrsprachige Familien 1. Jede Person spricht konsequent eine Sprache (OPOL-Prinzip) 2. Qualität vor Quantität: Vorlesen, Singen, Erzählen 3. Kontakt zu Gleichaltrigen in beiden Sprachen ermöglichen 4. Stolz auf die Mehrsprachigkeit sein!
FAQ
Sollte ich beim Kinderarzt erwähnen, dass mein Kind mehrsprachig aufwächst? Unbedingt! Das ist wichtig für die korrekte Einschätzung der Sprachentwicklung.
Kann mein Kind in der Logopädie in seiner Muttersprache behandelt werden? Wir therapieren in der Regel auf Deutsch, beziehen aber die Familiensprache aktiv ein.
Ab wann spricht ein mehrsprachiges Kind beide Sprachen fließend? Das ist individuell verschieden, oft ab dem Schulalter wird die Zweitsprache deutlich stärker.
