Selektiver Mutismus – Wenn Kinder schweigen
11. März 2026

Selektiver Mutismus – Wenn Kinder schweigen
Manche Kinder sprechen zu Hause ganz normal, verstummen aber im Kindergarten oder in der Schule. Dies ist kein trotziges Verhalten, sondern eine ernstzunehmende Angststörung.
Was ist selektiver Mutismus?
Betroffene Kinder sind in bestimmten sozialen Situationen nicht in der Lage zu sprechen, obwohl sie grundsätzlich über Sprache verfügen. Die Störung beginnt meist zwischen 3 und 5 Jahren.
Anzeichen erkennen
- Spricht zu Hause normal, schweigt in Kita/Schule
- Eingefrorene Mimik und Körperhaltung in Angstsituationen
- Kommuniziert eventuell nonverbal (Nicken, Zeigen)
- Leidensdruck nimmt mit dem Alter zu
Abgrenzung zur Schüchternheit
Schüchterne Kinder tauen auf – mutistische Kinder nicht. Selektiver Mutismus dauert länger als 4 Wochen und beeinträchtigt den Alltag deutlich.
Therapie
Die Therapie kombiniert Sprach- und Angsttherapie:
- Stufenweise Annäherung an Sprechsituationen
- Transferarbeit von vertrauten zu neuen Situationen
- Enge Zusammenarbeit mit Kita/Schule
- Elternberatung und -anleitung
Häufig gestellte Fragen
Wächst sich selektiver Mutismus aus? Selten ohne Therapie. Je früher behandelt, desto besser.
Darf man das Kind zum Sprechen auffordern? Nein, Druck verstärkt die Angst. Besser: Sprechanlässe schaffen ohne Zwang.
